“Goliath” von Tom Gauld
Ende des Monats erscheint mit “Goliath” das Graphic Novel-Debut des Briten Tom Gauld. Endlich – wenn man so will. Denn auf ein erstes Buch von Tom hatten wir schon lange gewartet, nachdem er uns über Jahre mit seinen Heften, Anthologie-Beiträgen sowie Kurzcomics und Cartoons so gut unterhalten und amüsiert hatte. Ein lakonischer, zurückgenommener Humor zeichnet seine Geschichten aus, bestens unterstützt von seinem reduzierten Strich.
Kein Wunder, dass Nicolas Mahler “Goliath” übersetzen wollte – was er auch wunderbar gemacht hat. Das Handlettering stammt von Sascha Hommer.
Tom Gauld wird auf dem Comicfestival Hamburg Ende September erwartet, wo seine Bilder ausgestellt werden und er selbst “Goliath” vorstellen und natürlich signieren wird.

Im trostlosen Niemandsland zwischen dem Heerlager der Philister und der Israeliten hockt der ratlose Riese Goliath und weiß nicht wie ihm geschieht. Die ihm befohlenen täglichen Drohgebärden gegen die feindliche Armee überfordern den schlichten und sanftmütigen Mann.
Indem er die Geschichte von David und Goliath aus der Perspektive des Riesen erzählt, gibt Tom Gauld diesem nicht nur seine Menschlichkeit zurück, sondern stellt zugleich unsere Weltsicht auf den Kopf. Lakonisch in Wort, Bild und Witz zeigt der britische Autor den biblischen Hünen als Sinnbild für die Absurdität des Krieges.



Tom Gauld, geboren 1976 in Schottland, lebt und arbeitet als Autor, Illustrator und Humorist in London. Goliath ist seine erste Graphic Novel. Zusätzlich zu zahlreichen Veröffentlichungen in Anthologien und Ausstellungen in Galerien, zeichnet er einen wöchentlichen Cartoon für die britische Tageszeitung “The Guardian”.

Der Beitrag wurde
von Christian Maiwald
am 4. August 2012 um 08:03 Uhr veröffentlicht.
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