“Die Sputnik-Jahre” von Baru – Details zur Neuauflage
Die Gesamtausgabe von “Die Sputnik-Jahre” von Baru befindet sich derzeit im Druck und wird Anfang Juni und damit pünktlich zum Comic-Salon Erlangen erhältlich sein. Das gibt uns Zeit, zu zeigen, was sich hinter unserer Neuausgabe verbirgt. Die deutsche Erstveröffentlichung ist ursprünglich in vier Alben bei Carlsen erschienen, der Inhalt der vier Bände ist komplett im neuen Sammelband enthalten. Das Handlettering für die Erstausgabe wurde von Dirk Rehm gefertigt und auch bei der Neuausgabe wiederverwendet. Hier eine gescannte Seite aus der Carlsen-Ausgabe:

Das Lettering ist lebendig, gut lesbar und dicht am Original. Aber wie im ersten Panel (links oben) und im letzten (rechts unten) zu sehen ist, wird in der Erstausgabe inbrünstig “Hourrah” gerufen. Das deutsche “Hurra” wurde nun für die Neuausgabe nachgebessert.

Auch der Stand der Zeilen in den Blasen und die Abstände der Buchstaben und Worte zueinander wurden harmonischer gestaltet. Am deutlichsten zu erkennen im ersten Panel der unteren Reihe, dort wurde etwa die letzte Silbe “TEN…” nach links gerückt.
Hier ein weiteres Beispiel:

Das mittlere Panel der vorletzten Seite. In der Neuausgabe (rechts) wurde der Text in der Blase mittiger ausgerichtet und auch die einzelnen Zeilen wurden zentriert.

Eine weitere Seite. Schlittenfahrt! Im unteren Panel heisst es da im Original – und auch bei Carlsen: “PROUF”

“PROFF” heisst es nun. Und auch im vorletzten Panel wurden Buchstaben verschoben: “DA SIND SIE!” steht nun weiter in der Mitte der Sprechblase.
So wurde nicht bei jeder Sprechblase vorgegangen, aber bei den allermeisten. Die hunderte von Stunden, die die grafische Nachbearbeitung gedauert hat, sind der wesentliche Grund dafür, dass der Band erst jetzt erscheint.
Uuuund noch ein Beispiel:

Auf der Säule ist zu lesen: “IGOR, DER GROSSE ANFÜHRER, DER NIE WIEDER RAUCHT”. Die Einarbeitung der Übersetzung in die Zeichnung war bei der Erstausgabe, bei der noch mit Druckfilmen gearbeitet wurde, aus technischen Gründen schwer umzusetzen. Die Übersetzung der Inschrift ist in der Carlsen-Ausgabe deshalb unten links am Rand der Seite als Anmerkung zu finden. In der Neuausgabe, bei der die Nachbearbeitung digital erfolgte, steht der Text nun in deutscher Sprache auf dem Denkmal – aus den Buchstaben der Original-Inschrift zusammengebaut von unserer Qualitätspraktikantin Barbara Ott.
(Zum Vergrößern bitte mit der rechten Maustaste auf die Bilder klicken und sich die Grafik anzeigen lassen. Die Farbunterschiede sind beim Scannen der Erstausgabe entstanden.)
Zusätzlich zur ursprünglichen Geschichte, die in den vier Alben der Erstveröffentlichung erschienen ist, enthält die Gesamtausgabe noch ein achtseitiges gezeichnetes Nachwort, eine Comic-Ergänzung, oder, wie im Buch benannt: “Post Criptum”.

Es gibt also genug Gründe, sich auf die Gesamtausgabe von “Die Sputnik-Jahre” zu freuen, die Anfang Juni erhältlich sein wird: Eine großartige Geschichte, aufwändige Nachbearbeitung, ein neues Nachwort… und vom Papier fange ich jetzt gar nicht erst an.
Der Beitrag wurde
von Christian Maiwald
am 10. Mai 2012 um 15:44 Uhr veröffentlicht.
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