Ob ich Robert Crumbs Comics jemals wirklich mögen werde, wage ich zu bezweifeln.
Dass sie genial sind und dass es eine Ehre für mich war, die Neuausgabe von “Nausea” bearbeiten zu dürfen, steht aber außer Frage. Den letzten Monat meines Praktikums in der Herstellung bei Reprodukt habe ich fast ausschließlich mit diesem Buch verbracht. Nachts habe ich sogar davon geträumt. Aber die Arbeit hat sich gelohnt, denn das Buch ist toll geworden!
Wenn man das fertige Buch in der Hand hält, ist gar nicht zu erkennen, wieviel Aufwand die Nachbearbeitung und Druckvorbereitung eines Comics bedeutet. Ein kurzer Rückblick soll euch deshalb erklären, wie die Herstellung von “Nausea” abgelaufen ist.
Als Erstes bekam ich eine Checkliste des Redakteurs, die mich auf alle wichtigen Schritte im Herstellungsprozess vorbereitete. Von dem französischen Verlag Cornélius erhielten wir vorab die Originalseiten von “Nausea” als Bilddateien und arrangiert im InDesign-Dokument. Ein Teil des deutschsprachigen Letterings konnte von bei Zweitausendeins erschienenen Crumb-Ausgaben übernommen werden, für viele Seiten hat Letterer Olav Korth die Texte von Hand neu schrieben. So wurden zunächst die Originaltexte am Computer gelöscht, damit die deutschen Texte in die Sprechblasen eingefügt werden konnten.

(Zum Vergrößern bitte mit rechter Maustaste aufs Bild klicken und "Grafik anzeigen" lassen.)
Anschliessend wurde das fertige Lettering in Photoshop in die Sprechblasen eingesetzt oder aber die Umrandung wurde an den neuen Text angepasst. Das bedeutete vor allem, Schraffuren nachzuzeichnen, Linien und Ecken neu zu ziehen oder aber kleine Lücken, die im Bild entstanden sind, wieder zu füllen. Selbstverständlich alles digital. Zudem mussten alle Seitenzahlen überarbeitet und in die richtige Position gebracht werden.
Für die Druckerei entstand eine druckfähige PDF-Datei, die aus Cover, Inhaltsverzeichnis, Impressum und weiteren Daten (welche Hersteller Christian mit viel Erfahrung gestaltet hat) zusammengefügt wurde. Bei dem letzten Schliff konnte ich leider nicht mehr dabei sein, denn mein Praktikum ging zu Ende.
Ich freue mich deshalb umso mehr, dass “Nausea” endlich erscheint und danke allen Kollegen für die tatkräftige Unterstützung!
Barbara Ott, inzwischen leider die ehemalige Qualitätspraktikantin im Herstellungs-Bereich, studiert derzeit in Hamburg und ist online hier zu erreichen: www.wasmachtbarbara.de. Vielen Dank für die Arbeit an “Nausea” und überhaupt!