
Die Welt der Diplomatie hält so manch unverhofften Moment für Arthur Vlaminck bereit. Dabei zählen Kollegen, die denselben musikalischen Helden huldigen, zweifellos zu den angenehmeren Überraschungen…
Wir haben bereits viele spannende und amüsante Stunden mit dem Polit-Novizen Arthur Vlaminck und seinem Chef, dem flamboyanten französischen Außenminister Alexandre Taillard de Vorms, verbringen dürfen, und freuen uns nun darauf, den Spaß an “Quai d’Orsay – Hinter den Kulissen der Macht” mit den geneigten Leserinnen und Lesern zu teilen. Der schwergewichtige Band von Abel Lanzac und Christophe Blain ist in der Druckerei und wird im Laufe des September im Buchhandel eintreffen.
Die Lage ist angespannt: Der Ruf der USA nach einer militärischen Intervention in Lousdem wird immer lauter – jenem Königreich im Nahen Osten, das die Amerikaner bezichtigen, Heimstätte des internationalen Terrorismus zu sein. Alexandre Taillard de Vorms, seines Zeichens französischer Außenminister, ist fest entschlossen, diesem Waffengang entgegenzuwirken.
Arthur Vlaminck, der als Redenschreiber neu zum Beraterstab des Ministers gestoßen ist, obliegt es, die richtige Ansprache für dieses Unterfangen zu finden. Ob nun hinter den Türen des Auswärtigen Amts am Pariser Quai d’Orsay oder bei der UNO-Vollversammlung in New York, dem jungen Mann öffnet sich eine Welt, in der Politik mit Eitelkeit und Intrige Hand in Hand geht und die Vernunft nur allzu oft dem Aktionismus geopfert wird…
Selten wurde Politik derart komisch und treffend dargestellt wie von Christophe Blain, der das diplomatische Haifischbecken nach den persönlichen Erfahrungen seines Autors Abel Lanzac virtuos und rasant in Szene setzt.
“‘Quai d’Orsay’ ist eine bitterböse Parabel über die Anziehungskraft der Macht. Blain und Lanzac beweisen, dass der Comic als Waffe taugt wie die Karikatur.” – Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung



Christophe Blain, geboren 1970 im französischen Gennevilliers, studierte Bildende Kunst in Cherbourg und etablierte sich dank seiner Fabulierlust, eines feinen Sinns für Komik und virtuos lebendiger Zeichnungen als einer der originellsten Künstler des europäischen Comics. Ob Piratenepos, Western oder antike Sagenwelten – für seine mitreißenden und lustvoll gegen den Strich gebürsteten Genregeschichten schöpft Christophe Blain zügellos aus dem Leben. Der erste Band seiner Reihe “Isaak der Pirat” wurde 2002 auf dem Comicfestival in Angoulême mit dem Preis für das beste Album bedacht.
Hinter dem Pseudonym Abel Lanzac verbirgt sich ein langjähriger französischer Ministerialmitarbeiter, der im Quai d’Orsay beschäftigt war, als Dominique de Villepin dort von 2002 bis 2004 als Außenminister wirkte, und sich vehement, wenngleich erfolglos, gegen den Angriff der USA auf den Irak 2003 stemmte. Neben der erzählerischen Finesse macht seine Authentizität “Quai d’Orsay” zur außergewöhnlichen Lektüre. Für den ersten Teil des im Original in zwei Bänden veröffentlichen Blicks hinter die Kulissen der Macht wurden Abel Lanzac und Christophe Blain 2010 mit dem Grand Prix RTL de la Bande Dessinée ausgezeichnet.