Blog: Monatsarchiv für Januar 2012

Nachtrag: Angoulême 2012

Die Schmach der falschen Flagge vom letzten Jahr war schon wieder vergessen, ein genauer Blick auf die Standbeschriftung verrät die hemdsärmelige Korrektur…

Am Samstag dann der Clash Of (Presse-)Titans am Reprodukt-Stand, Jutta meets Peggy! Über ihren iPads wurden dann Erfahrungen ausgetauscht. Priceless!

Wenn der nächste Präsident in Angouleme verkündet wird, geschieht das meist in Abwesenheit der deutschen Delegation, die sich dann schon auf dem Rückweg nach Good Ol´Germany befindet. Dieses Mal haben wir einen Fotografen zurückgelassen, um Zeugnis abzulegen.

Und so sieht es aus, wenn der Bürgermeister von Angoulême und der Regionalpräsident der Charente auf den Balkon des pittoresken Rathauses treten, um die ausgezeichneten Bücher und den neuen Festivalpräsidenten zu verkünden. Vivat!

Geschrieben von Sebastian Oehler am 31. Januar 2012 um 13:13 Uhr

Wo wir waren: Angoulême 2012

Geschafft, aber glücklich. So kehrt man bestenfalls vom “Festival international de la Bande dessinée” in Angoulême zurück. Und so war es auch: Viele neue Bücher gab es zu sehen, viele alte Bekannte wurden getroffen, brillante und weniger brillante Ausstellungen besucht und natürlich wurde auch ein wenig gearbeitet. Vier Tage stand die Stadt ganz im Zeichen der Comics.

Wer sich einen allgemeinen Eindruck vom diesjährigen Festival verschaffen will, kann das sicher besser mit den Beiträgen, die auf www.graphic-novel.info gesammelt wurden. Es folgen unsere ganz persönlichen Eindrücke.

Wie immer wurde das Festival mit einem gemütlichen Abend im Restaurant des Hotels La Palma eingeläutet. Zur Linken überlegt Joost Swarte, für welchen nächsten Präsidenten er sich in der Festivaljury aussprechen soll. Johann Ulrich vom avant-verlag freut sich zwei Plätze neben ihm auf das Essen, während Bart Beaty am Wasserfläschchen schraubt. Im Vordergrund rechts: Edition Moderne-Boss und “Strapazin”-Mitherausgeber David Basler, auf magische Weise nicht mit seinem neuen Smartphone beschäftigt.

Eindeutige Highlights: Die beiden Ausstellungen von und mit Art Spiegelman sorgten bei Besuchern für Begeisterung. Köln darf sich freuen, wenn die Spiegelman-Retrospektive in einigen Monaten im Museum Ludwig gezeigt wird.

“Raw”, das von Art Spiegelman und seiner Frau Francoise Mouly herausgegebene Magazin, fehlte da natürlich nicht. Darin wurden unter anderem auch Geschichten von Julie Doucet und Charles Burns veröffentlicht. Letzteren trafen wir übrigens am Bahnhof in Paris. Fotos aus dem TGV-Bistro halten wir unter Verschluss, es soll ja nicht herauskommen, dass er gar keine düstere Erscheinung ist, sondern ein freundlicher und umgänglicher Mensch.

Die von Art Spiegelman selbst kuratierte Ausstellung “Le Musée privée” zeigt die Comicgeschichte aus seiner Sicht. Großartige Exponate. Punkt.

Liegende Blätter: Töpffer! Busch! Reinicke! Feininger! Gulbransson! Für Spiegelman beginnt die Comic-Historie nicht mit den klassischen Comic-Strips in Zeitungen. Auch den Einfluss deutscher Zeichner bei der Entstehung der Kunstform lässt er nicht außer Acht.

Dan Clowes darf natürlich nicht fehlen, wenn es um amerikanische Independent-Comics geht.

Journalist Klaus Schikowski und Ehapa-Redakteurin Alexandra Germann ruhen sich ob der Bilderflut aus. Sitzecken und Leseexemplare gehören zum festen Bestandteil der Ausstellung. Gut so!

Direkt nebenan werden in einer separaten Ausstellung Comicseiten vieler Zeichnerinnen und Zeichner deren großformatigen Gemälden gegenüber gestellt. Häufig zeigten die Schinken mehr die Stärken der einzelnen Beteiligten als Comiczeichner. Oder wie hier bei ATAK, dass es kein so großer Schritt vom Einen zum Anderen ist.

Atmosphärisch dicht, souverän komponiert: Die zweifellos überzeugendsten Beispiele im Großformat stammten von Anke Feuchtenberger.

Vor dem CNBDI haben wir einen Herrn Oehler versteckt. Wer kann ihn finden?

Ein weiterer Lichtblick: Die schöne Kurzgeschichte von Camille Jourdy hing in der Europa-Ausstellung und lässt sich auch auf ihrem Blog nachlesen.

Und noch ein Highlight: Originalseiten von Max’ “Bardín der Superrealist” in der Ausstellung über spanische Comics.

Nicht zu unterschätzen für die Stimmung auf einem Festival: Das Wetter. Trotz bedrohlicher Wolken war es weitgehend gnädig und setzte hier und da gerne selbst einen farblichen Akzent.

Immer wieder schön zu sehen, wie sich Comics in der ganzen Innenstadt finden lassen. Marc-Antoine Mathieu wäre natürlich nicht Marc-Antoine Mathieu, wenn er die Wand, auf der seien Motive gemalt wurden, nicht selbst zum Teil seiner kurzen Geschichte gemacht hätte.

Dummerweise habe ich kein Foto vom deutschen Independent-Stand gemacht. Aisha Franz und Till Thomas zeigten die neuesten Treasure Fleet-Preziosen, Marlene Krause hatte unter anderem “Two Fast Colour” Nummer 4 im Gepäck und Sascha Hommer repräsentierte das “Orang”. Nun denn.

Hier zumindest der Festival-Derwisch Brecht Evens am Ende seines viereinhalb Stunden dauernden Signiermarathons. Neben ihm der sympathische Paul Hornschemeier, dessen Comics hierzulande bei Carlsen erscheinen. Hallo, Paul!

Kein Festival ohne Foto des Pressesaals. Hier wird beinharter investigativer Journalismus gearbeitet. Aber man sollte sich vom luxuriösen Ambiente nicht täuschen lassen: Der Saal – in dem aktiv Imagewerbung für die weitere Spezialität der Region Cognac gemacht wird – ist im Wesentlichen eine feudale Kneipe mit WLAN.

Kein Festival ohne Geselligkeit, wie hier bei der Party des Flämischen Literaturfonds (VfL), der auch schon unsere Bücher förderte. Es gab Fingerfood und Soul, was braucht man mehr?

No Comprendo-Verleger Espen Holtestaul aus Norwegen entlockt Grants Manage Els Aerts Geheimtipps zum Förderantrag…

… die ihm Christian Maiwald wiederum Kraft des eigenen Geistes entlocken will (erfolglos).

Im Anschluss (an jede abendliche Aktivität) entspannen sich die Raucher vor einer stadtbekannten Kneipe in der Kälte. Und die Nichtraucher zwangsläufig auch. Eine Frechheit.

… und dann ging es auch schon wieder zurück. Voller Eindrücke und Inspiration, aber trotzdem urlaubsreif. Bis zum nächsten Jahr!

Geschrieben von Christian Maiwald am 31. Januar 2012 um 12:25 Uhr

Pressestimmen – 27. Januar 2012

“History must be told from the low” – “fm4.orf.at”, 27.1.2012 (Zita Bereuter)

“Igort schafft auf 180 Seiten ein eindrucksvolles Zeitdokument, eine oral history – gezeichnet in melancholischen Rot- und Brauntönen und erzählt von ganz einfachen normalen Leuten.” – Zita Bereuter, FM4

Geschrieben von Christian Maiwald am 30. Januar 2012 um 13:12 Uhr

Drei Preise!

Geschafft aber glücklich sind wir gestern Abend vom Festival in Angoulême zurückgekehrt und bekamen die frohe Kunde noch am Flughafen per SMS: Bei der Verleihung der Preise am späten Nachmittag wurden gleich zwei Titel, die in Kürze bei Reprodukt erscheinen werden, dekoriert:

Guy Delisles “Aufzeichnungen aus Jerusalem” wurde mit dem Preis für den besten Comic des Jahres (“Fauve d’Or – Prix du meilleur Album”) ausgezeichnet. Die Arbeit an dem Band wird derzeit abgeschlossen, damit wir das Buch Mitte März in Leipzig präsentieren können.

Den Preis der Buchhandelskette FNAC (“Fauve d’Angoulême – Prix de la BD FNAC”) gewann Cyril Pedrosa für “Portugal”. Das Buch erscheint im April.

Mit Jean-Claude Denis wurde nach Art Spiegelman wieder ein Franzose mit dem “Grand Prix” bedacht. Der Preisträger kürt den Zeichner für 2013 zum Präsident des Festivals. Von Jean-Claude Denis zeichnet cerantwortlich für das Szenario zu “Beinahe reich”, zeichnerisch umgesetzt von Dupuy-Berbèrian.

Wir freuen uns für alle drei Autoren und überhaupt wahnsinnig, oder wie man hier in Berlin sagt: wie Bolle!

Geschrieben von Christian Maiwald am 30. Januar 2012 um 11:11 Uhr

Neue Comics!

Unsere erste Frühjahrs-Novität, Nicolas Mahlers “Lone Racer” kommt sogar früher als angekündigt in die Läden und sollte gegen Ende der Woche überall erhältlich sein. Außerdem endlich erschienen: “Koma” 1 von Pierre Wazem & Frederik Peeters (Band 2 folgt auf dem Fuße).

Und hier noch ein Blick auf den prachtvollen Leinenrücken von Charles Burns’ “X”. Check I: Format stimmt, Check II: Farben sind auch korrekt. Jetzt müssen Buchblock und Umschlag noch zusammengefügt werden und dann gehen die Alben auf die Reise.

Geschrieben von Dirk Rehm am 24. Januar 2012 um 00:47 Uhr

Pressestimmen – 20. Januar 2011

“Für jedes Thema den richtigen Strich” – “Deutschlandradio”, 20.1.2012 (Christian Gasser)

“”Polina” ist flüssig und leicht erzählt und Vivès sorgt mit geschickt eingesetzten Ellipsen und Zeitsprüngen für Spannung und hat ein Ohr für lebensechte Dialoge. Während der letzten Jahre habe er leidenschaftlich Comics gezeichnet und auf alles andere verzichtet – das habe es ihm ermöglicht, sich so schnell zu entwickeln. Man braucht sich nicht für den Tanz zu interessieren, um von Polinas Lebensgeschichte gepackt zu werden” – Christian Gasser, Deutschlandradio

Geschrieben von Christian Maiwald am 23. Januar 2012 um 18:47 Uhr

“The Treasure Fleet” und “Two Fast Colour” in Angoulême

Reprodukt wird beim am nächsten Donnerstag startenden Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême mit einem Stand im Foreign Rights-Bereich vertreten sein – ein internationaler Markt, auf dem Lizenzen angeboten werden. Das ist wichtig und gut so, aber schön ist es, dass auf dem Festival auch dem Lesepublikum Independent-Comics aus Deutschland präsentiert werden. Und zwar von genau den richtigen Leuten: Sowohl das Comic-Kollektiv “The Treasure Fleet” als auch die Damen und Herren hinter den Hamburger Comic-Magazinen “Two Fast Colour” und “Orang” werden in Angoulême Bücher, Hefte, Drucke und vieles mehr zeigen und verkaufen.

“The Treasure Fleet” werden von Till D. Thomas (“Zirp”) und Aisha Franz (“Alien”) vertreten, für “Two Fast Colour” und “Orang” reisen Marlene Krause (“Choking on Heroes”) und Sascha Hommer (“Dri Chinisin”) an.

Oben zu sehen: Die neue Ausgabe des “Two Fast Colour” und Cover und einen Seite aus Marlene Krauses “Choking on Heroes”). Unten: eine Auswahl der “Treasure Fleet”-Mitbringsel. Darin: Der dritte Teil von Aisha Franz’ “Brigitte”, das im Mai bei Reprodukt auch als Buch erscheinen wird (“Brigitte und der Perlenhort”). Viele Gründe mehr, sich auf das Festival zu freuen!

Geschrieben von Christian Maiwald am 20. Januar 2012 um 12:00 Uhr

Update “Roxanne & George”

Caro Walch ist mit den fantastischen(!) Zeichnungen zu “Roxanne & George” fertig, Korrekturen sind auch beinah geschafft und nun geht es in den Endspurt… Anfang Februar muss das mittlerweile auf einen Umfang von 128 Seiten angewachsene Album in Druck, damit es rechtzeitig im März auf der Leipziger Buchmesse präsentieren werden kann!

Also, Gaststars in Leipzig: Guy Delisle, Ville Ranta und Carolin Walch!

Geschrieben von Dirk Rehm am 20. Januar 2012 um 08:48 Uhr

“Slanted 17: Cartoon & Comic”

In der kommenden Ausgabe des Typografie-Magazins “Slanted”, die am 15. März erscheinen wird, dreht sich alles um “Cartoon & Comic”. Unter anderem kommt auch das Thema Handlettering zur Sprache. Mehr dazu gab es bereits auf unserem Blog, nämlich hier, hier und hier.

Geschrieben von Dirk Rehm am 19. Januar 2012 um 18:09 Uhr

“Für das Imperium III – Schicksal” von Merwan & Vivès

Ab Ende Februar im Handel: Fortsetzung und Ende von “Für das Imperium”!

Geschrieben von Dirk Rehm am 18. Januar 2012 um 19:38 Uhr

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