Im dritten Teil der Reihe “Zeichner empfehlen” stellt der Berliner Comiczeichner Flix (“Held”, “Sag was”, “Mädchen”) den Franzosen Manu Larcenet vor.
Der alltägliche Kampf
Wie erzählt man eine Geschichte, die sich um einen Mann dreht, der nicht weiß, was er vom Leben will, die von Angstattacken erzählt, schwieriger Liebe, Katzen und Alzheimer?! Manu Larcenet denkt gar nicht groß drüber nach, sondern fängt einfach an. Die ersten Seiten beginnen mit der letzten Sitzung Marcos, der Hauptfigur, bei seinem Psychotherapeuten. Und von da aus erzählt Larcenet Marcos Leben und schreibt und zeichnet und spinnt einen so mitreißenden Comic, wie er mir in meiner Karriere als Comicleser nicht oft untergekommen ist. Es wird komisch, wenn es am Tragischsten ist, und unvermittelt tragisch, wenn Marcos Welt in bester Ordnung scheint.
Erzählerisch bewegt sich Larcenet dabei auf höchstem Niveau; wäre “Der alltägliche Kampf” ein Auto, würden alle Insassen selige Glucksgeräusche von sich geben, ob der großartigen Straßenlage im Offroad-Gebiet und des daraus resultierenden Fahrvergnügens.
Zeichnerisch wird Larcenets Stift im Laufe der Reihe immer lockerer, die Linien offener, die Figuren erwachsener. Und er zeichnet tolle Bäume. Seufz! Wenn ich es jemals schaffen sollte, annähernd so schöne Landschaften zu Papier zu bringen, wie Larcenet es in diesen Alben tut, werde ich mit einem zufriedenen Lächeln meinen Stift für immer aus der Hand legen können… – Flix
