Nach Lodz und Helsinki wurde zum Jahresausklang nun auch Wien von einer Reprodukt-Delegation besucht. Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal die “Buch Wien” statt, die erste österreichische Buchmesse auf dem Wiener Messegelände. Die örtliche Presse ging zum Teil ungnädig mit der Veranstaltung ins Gericht, da viele auch große Verlage nur mit einem kleinen Stand vertreten waren und die Messe mit rund 300 Ausstellern in einer kleinen Messehalle insgesamt recht überschaubar gewesen ist. Am eigenen Stand und in der Nachbarschaft war man sich dann aber doch sicher, dass die Veranstaltung gut gelaufen ist: Das zahlreiche Publikum zeigte sich sehr interessiert an den präsentierten Titeln und auch die Reprodukt-Comicaktion am Samstagabend war gelungen. Natürlich lässt sich die Planung und Durchführung der Messe verbessern, aber hey, das war die erste richtige Buchmesse in Wien.

Charmant am Stand: Undine Löhfelm von orange-press, Sophie Nachnamevergessen vom Merve Verlag, Sebastian und Dirk (v.l.).

Mal was Anderes: Eine über Funkkopfhörer geleitete Messeführung. Inklusive DJ (!) und Rapeinlagen (!!).

Der erhöhte Haben-Wollen-Faktor schlägt sich bis fast ganz an die untere Altersgrenze durch: Auch in Wien sorgte der Mumins-Band für Wogen und ins Kieksende umschlagende Stimmen (“Oh, guck mal die Muuumiiins!”).

Prenzlauer Berg ist überall, oder: Nach der Arbeit ist vor der Arbeit. Die Freizeit wurde also sinnvoll genutzt. Ungefähr eine Minute später befand sich dann auch der dritte markengleiche Rechner samt Brillenträger am Tisch.

Und wo man schon einmal da ist, kann man auch einen Abstecher machen in den Outdoor-Kabinett-Nachfolger im Museums-Quartier. Derzeit in der kleinen Ausstellung: Comics des serbischen Künstlers Aleksandar Zograf.

Auf der linken Seite: Der aus “Die Zumutungen der Moderne” bekannte Comicautomat. Und über allem ein wunderschönes Gewölbegemälde von Stéphane Blanquet.

Nicht nur bei Orientierungsfragen netter Ansprechpartner: Sebastian Broskwa vom umtriebigen österreichischen Comicvertrieb Pictopia.

Am Samstag dann Ort der Comic-Gala: Das phil in der Gumpendorfer Strasse. In dem charmanten Laden werden Café, Buch-, Platten und DVD-Geschäft angenehm miteinander vereint.




Im Gespräch mit der Journalistin Karin Krichmayr (“Der Standard”) stellt Dirk Reprodukt vor, während Max Andersson auf seinen Auftritt wartet.

Vom Fachmann nicht nur für Kenner: Max Andersson doziert darüber, “Wie kranke Ideen entstehen”, bzw. wie normal sie erscheinen können, wenn man weiss, woher sie kommen.

Local hero Nicolas Mahler führt in seine kurzen Animationsfilme ein.

Wer arbeiten kann, kann auch essen: Der Teller für zwei im für seine Innendekoration nicht bekannten Beisel “Zu den 2 Lieserln” stellt sich als kaum zu bewältigen heraus. Schnitzel galore und weitere Fleischspezialitäten “versüßen” uns auch den Folgetag. Die beiden Fritierlappen auf den Tellern sind übrigens Teil des Gerichts.

Kurzer Schreckmoment, aber der Sesam öffnete sich dann doch noch: Mit dem Mietwagen konnte die Rückfahrt ohne Probleme in Angriff genommen werden.
PS: Auf dem Blog des Wiener Comiczeichners Simon Häussle gibt es noch einen kleinen Bericht zum Reprodukt-Abend im phil, der vor allem aus der Perspektive von Tag Tool (Visuals) die an die Verlagsvorstellung anschließende Party dokumentiert.