Neue Comics: “Fuck” von Chester Brown
Zu Chester Browns behutsamer Coming-of-age-Geschichte “Fuck” , die im Oktober bei Reprodukt erscheinen wird, ist nun eine Leseprobe online. Das zehnseitige PDF-Dokument lässt sich hier einsehen.
Zerrissen zwischen Orientierungslosigkeit, Selbstzweifeln und haltloser Wut gegen alles und jeden: Chester Brown dokumentiert in “Fuck” seine Jugend im Alter von neun bis sechzehn Jahren. Für Chester beginnt die Zeit der ersten Gefühlsregungen für Mädchen aus der Nachbarschaft, die er bislang nur als Spielkameradinnen wahrgenommen hatte. Die Krankheit seiner Mutter, die sich in zunehmendem geistigen und körperlichen Verfall äußert, und ihr Bedürfnis nach Liebesbeweisen ihres Sohnes sorgen für zusätzliche Verstörung.
Chester Browns genaue Beobachtungsgabe und die pointierte Auswahl der geschilderten Episoden erzeugen eine persönliche, beinah intime Wirkung.
Chester Brown, 1960 in Montréal geboren, begann seine Laufbahn als Comiczeichner mit der Veröffentlichung von “Yummy Fur”, das zunächst als selbstverlegter Mini-Comic erschienen ist und später bei Drawn & Quarterly als Heftreihe fortgeführt wurde. Neben “Fuck” gehören “Die Playboy-Stories” und “Ed the happy clown” zu seinen bekanntesten Arbeiten. Chester Brown hat vor allem mit seinen autobiografischen Comics einen großen Einfluss auf die junge amerikanische Szene und auch auf deutsche Zeichner wie Arne Bellstorf, Sascha Hommer oder Mawil. Die drei genannten Titel wurden bereits zu Beginn der neunziger Jahre von Jochen Enterprises vorgelegt und sind seit langem vergriffen.
“Mein Lieblingscomic!” – Mawil
Fuck, ISBN 978-3-938511-96-1, 200 Seiten, schwarzweiß, 21,5 x 13,9 cm, Klappenbroschur, 14 EUR
Selbstportrait Chester Brown © 2008 Drawn & Quarterly






